Ausnahmezustand auf der Sassnitzer Mole

Was zum Teufel war in Sassnitz los? Was für die meisten Fotografen ein Alptraum war, war für die gefühlten tausend Besucher Anfang Februar 2026 wohl ein besonderes Erlebnis. Es kamen so viele Menschen nach Sassnitz wie bei einem Großevent. Es fühlte sich wie Volksfeststimmung an. Zusätzliche Parkplätze wurden geschaffen, weil der Ansturm so extrem groß war. Auf der Mole, neben der Mole, überall Menschen. So ein Andrang habe ich bisher noch nicht erlebt. Aber auch verständlich, jeder möchte dieses Naturschauspiel selber erleben und als Foto festhalten. Viele Besucher kamen extra auf die Insel Rügen um die Mole und ihren Turm aus nächster Nähe zu bewundern.
Allerdings war die Mole Tage zuvor schon gesperrt. Die Absperrung wurde einfach bei Seite geschoben und Massen von Menschen strömten zur Mole bzw. zum Molenfeuer. Leider nahm das Ganze so ein Ausmaß an, dass mittels Polizei die Mole geräumt werden musste. Und nicht nur dort, auch auf der Ostsee befanden sich zahlreiche Personen, mit Kinder, mit Hund und machten Selfies. Selfies sogar bei den Seezeichen. Personen kletterten auf das Seezeichen und Fotos zu machen. Die Wasserschutzpolizei warnte im Vorfeld bereits eindringlich davor, die Eisflächen im Bereich der Ostseeküste vor Rügen zu betreten. Insbesondere im Bereich des Hafens Sassnitz und der dortigen Fahrrinne bestand akute Gefahr. Durch Strömungen, Schiffsverkehr und wechselnde Wassertiefen bildete sich dort kein tragfähiges Eis. Die Eisdecken waren ungleichmäßig, instabil und konnten jederzeit unvermittelt einbrechen. In den Folgetagen dann die absolute erneute Sperrung der Mole.