Stabiler Polarlichtbogen (SAR)

Vor einiger Zeit (November 2023) hatte ich Fotos gezeigt, welche ich vorerst als Polarlicht betitelt hatte. Nun habe ich dazu recherchiert und einige Leute angeschrieben. Was hier im Foto zu sehen ist, ist kein Polarlicht im eigentlichen Sinne, sondern ein SAR (Stable Auroral Red arc). Daher im Foto auch die Rot-Töne. Während der Aufnahme wanderte dieser Bogen in Richtung Westen und war wegen den Wolken dann nicht mehr zu sehen.

Dieser SAR-Boden bildet sich meist in einer Entstehungsphase zu einem STEVE (Strong Thermal Emission Velocity Enhancement). Dieses atmosphärische Phänomen ist erst kürzlich in den Fokus der Wissenschaft geraten. SAR und STEVE sind elektrische Phänomene der Hochatmosphäre, die viel höher über dem Boden sind als die eigentlichen Polarlichter. Sie werden allerdings ebenfalls durch die Wechselwirkung des Sonnenwinds mit der irdischen Magnetosphäre erzeugt. Zum Zeitpunkt der Aufnahme gab es STEVE-Sichtungen in Skandinavien, Großbritannien und darüber hinaus bis nach Österreich.

Komplett erforscht ist diese Lichterscheinung jedoch noch nicht. Messungen von Parametern wie spektraler Zusammensetzung, geomagnetischer Lage, Intensitätsbereich und Häufigkeit des Auftretens führen zu dem Schluss, dass das Phänomen auf die Anregung von atomarem Sauerstoff durch heiße Elektronen im Plasmapausenbereich zurückzuführen ist. Sprich, SAR-Bögen und STEVE-Phänomene werden durch extreme thermische und kinetische Energie in der Erdatmosphäre erzeugt. Nach weiteren Minuten wird dieser SAR-Bogen zu einem STEVE mit einem dünnen, weiß-lila Bogen. 2015 wurde ein SAR-Boden untersucht, der eine Emissionshöhe von etwa 425 Kilometer erreichte. Zum Vergleich, die Internationale Raumstation umkreist die Erde in etwa 400 Kilometer Höhe.

Im Magazin „Spektrum der Wissenschaft” im Januarheft 2024 soll auch ein Beitrag sein.
Zeitliche Sichtung von diesem SAR-Bogen: 05. November 2023 / 18:43 UTC / Insel Rügen


Some time ago (November 2023) I showed photos that I had initially titled as aurora borealis. Now I have researched it and written to a few people. What can be seen in the photo here is not aurora borealis in the true sense of the word, but a SAR (Stable Auroral Red arc). Hence the red tones in the photo. During the recording, this arc moved towards the west and was then no longer visible because of the clouds.

This SAR floor usually forms in a development phase of a STEVE (Strong Thermal Emission Velocity Enhancement). This atmospheric phenomenon has only recently come into the focus of science. SAR and STEVE are electrical phenomena of the upper atmosphere that are much higher above the ground than the actual aurora borealis. However, they are also generated by the interaction of the solar wind with the earth’s magnetosphere. At the time of the recording, there were STEVE sightings in Scandinavia, Great Britain and beyond, as far as Austria.

However, this light phenomenon has not yet been fully researched. Measurements of parameters such as spectral composition, geomagnetic position, intensity range and frequency of occurrence lead to the conclusion that the phenomenon is due to the excitation of atomic oxygen by hot electrons in the plasma pause region. In other words, SAR arcs and STEVE phenomena are generated by extreme thermal and kinetic energy in the Earth’s atmosphere. After a few more minutes, this SAR arc becomes a STEVE with a thin, white-purple arc. In 2015, a SAR ground was examined that reached an emission height of about 425 kilometers. For comparison, the International Space Station orbits the Earth at an altitude of about 400 kilometers.

There will probably also be an article in the magazine „Spektrum der Wissenschaft“ in the January 2024 issue.
Time of sighting of this SAR arc: November 5, 2023 / 18:43 UTC / Ruegen Island

 

zurück Kritik bezüglich gewerbliche Fotografie im Ostseebad Binz
weiter Drohnenaufnahmen Insel Rügen

Schreib einen Kommentar